Qwant entschuldigt sich für Serverausfall am 28.03.2018

Am 28. März 2018 brach die gesamte Infrastruktur von Qwant um 13:00 Uhr zusammen. Der Dienst konnte erst Stunden später, gegen Mitternacht, wieder aufgenommen werden. Seit dem Start von Qwant im Jahr 2012 war es der mit Abstand längste Serviceausfall, den wir je hatten. Wir sind uns bewusst, dass eine Suchmaschine ein unverzichtbares Werkzeug ist, das maximale Verfügbarkeit erfordert, und deshalb entschuldigen wir uns aufrichtig bei unseren Nutzern und möchten die Sachlage natürlich auch erklären – diejenigen, die uns auf Twitter folgen, konnten bereits lesen, was vorgefallen ist.

Um es kurz zu machen: Qwant war quasi ein ‘Opfer’ des eigenen Erfolges und Murphy’s Law trat ein, sodass alles, was Probleme verschlimmern konnte, tatsächlich passiert ist. Qwant war bereits auf einem stetigen Wachstumskurs, aber kürzlich hat durch den Cambridge Analytica-Skandal die Bedeutung von Online-Diensten zugenommen, die die Privatsphäre ihrer Nutzer wirklich schützen. Wir hatten also ein unerwartetes Wachstum an Benutzern, was eine schnelle Installation neuer Server und ein Upgrade unserer Infrastruktur erforderlich machte. Da fingen die Probleme an.

Zur Erinnerung: Qwant ist bisher die einzige Suchmaschine ihrer Art in Europa, die über eigene Indexierungstechnologien und eigene Algorithmen verfügt, die wichtige Hosting- und Rechenressourcen erfordern. Wir sind auch die einzigen, die sich vom ersten Tag an dafür entschieden haben, unsere Infrastruktur vollständig zu kontrollieren, anstatt sich auf Hosting- und Computerdienste von Amazon, Google, Microsoft und anderen zu verlassen. Wir installieren unsere Server und Geräte in unseren eigenen Räumlichkeiten, weil wir die gesamte Infrastruktur kontrollieren wollen, um einen echten Schutz der Daten zu gewährleisten und eine unabhängige, 100% europäische Infrastruktur zu haben. Wir halten es für unerlässlich, dass Europa technologisch unabhängig ist – und wir akzeptieren die Risiken des Scheiterns, die mit dem Aufbau unserer eigenen Infrastruktur verbunden sind.

Was ist also passiert?

Um die Verfügbarkeit unserer Dienste bei Ausfall oder Überlastung zu gewährleisten, haben wir verschiedene Systeme im Einsatz. Insbesondere verfügen wir über drei “Redundanzsysteme”, die sicherstellen, dass Server bei einer Anomalie eingreifen können. Beim Upgrade unserer Infrastruktur mussten wir eines der Redundanzsysteme deaktivieren, um alles Notwendige zu installieren. Unsere Dienstleistungen waren dann auf zwei redundante Systeme angewiesen. Aber aus einem noch unbekannten Grund hat ein Hardwarefehler das zweite System heruntergefahren, dann trat Murphy’s Law ein, und es kam zu Fehlern auf dem dritten und letzten System. Unsere Dienste waren alle ausgefallen. Unsere technischen Teams inspizierten die Hardware, um die Fehlerquelle zu ermitteln, und erteilten einen Expressversandauftrag für Ersatzteile. Sie wurden ein paar Stunden später geliefert. Qwant wurde wieder zum Leben erweckt, nachdem alles installiert, überprüft und neu gestartet wurde.

Natürlich werden wir aus diesem Vorfall viel lernen und die Maßnahmen ergreifen, die wir ergreifen müssen, damit es nicht wieder passieren kann. Aber vor allem möchten wir uns bei Ihnen allen für die unglaublich freundliche und herzliche Unterstützung bedanken, die wir in dieser schwierigen Zeit erhalten haben.

So kennen wir unsere Community, und wir fühlen uns sehr glücklich und stolz, Sie als unsere Nutzer und Unterstützer zu haben. Es ist Ihnen zu verdanken, dass Qwant die Privatsphäre von immer mehr Internetnutzern schützen wird – und wir hoffen, dass dieser Misserfolg einer der wenigen unseres Lebens bleiben wird.

 

Danke!