Umfrage zum Datenschutz: Neun von zehn Deutsche halten ihre Privatsphäre im Netz für unzureichend geschützt

Datenschutz ist ein sensibles Thema und Verbraucherschützer warnen regelmäßig vor dem fahrlässigen Umgang mit privaten Angaben im Netz. Doch nehmen die User diese Warnungen wirklich ernst und schützen ihre Daten ausreichend? Um das herauszufinden, hat Qwant eine Umfrage* zu dem Thema Online-Suchverhalten durchgeführt. Das Ergebnis ist beunruhigend. Die deutliche Mehrheit der Deutschen zweifelt an der Sicherheit ihrer Daten im Netz – und geht dennoch mit der Angabe ihrer privaten und persönlichen Daten im Internet leichtsinnig um.

Suchmaschinen sind für uns zu einem der wichtigsten Alltagshelfer avanciert und haben dementsprechend einen festen Platz in unserem Browser und unserer App-Liste. Sie sind Ratgeber in Beziehungsfragen, geben Auskunft über Fahrpläne und Veranstaltungen, und so mancher von uns konsultiert bei Krankheitsbildern wie Prostatavergrößerungen oder Hämorrhoiden lieber seine Suchmaschine als einen Arzt. Dabei hätte der einen großen Vorteil – nämlich die Schweigepflicht. Die meisten Suchmaschinen speichern hingegen die Suchanfragen und werten sie aus, um sie gewinnbringend zu nutzen, zum Beispiel für die gezielte Schaltung von Werbung. Die Folge: In manchen Fällen weiß die Suchmaschine mehr über unsere Sorgen, Ängste und Wehwehchen als unsere engsten Freunde.

Qwant hat in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut GfK eine Umfrage durchgeführt, die zeigt, dass den Nutzern dieser Einblick in die Privatsphäre durchaus unangenehm ist. Jeder Fünfte (22 %) fühlt sich laut der Umfrage verfolgt und beobachtet, wenn er im Internet unterwegs ist. Mehr als neun von zehn Deutschen (92 %) haben beim Surfen im Netz Bedenken und halten ihre Privatsphäre für nicht gut geschützt.

Widersprüchliches Verhalten im Netz: Datenschutz versus Individualität

Beim Umgang mit den eigenen Daten zeigen sich die Befragten sehr widersprüchlich. Über die Hälfte (55 %) begrüßt es beispielsweise, dass bei ihrer Internetsuche nur Ergebnisse angezeigt werden, die sie interessieren. Gleichzeitig wollen aber 70 Prozent bei ihrer Internetsuche anonym bleiben und ihre Daten verschlüsselt wissen. Ein deutlicher Widerspruch: Damit eine Suchmaschine spezifisch auf das Interessenprofil zugeschnittene Ergebnisse zusammenstellen kann, müssen zuvor Daten zum Suchverhalten gespeichert und ausgewertet werden. Beides geht also nur schwer zusammen.

Bewusstsein für Privatsphäre im Netz schaffen

Das Thema Datenschutz im Internet steht bei vielen zwar zunehmend auf der Agenda, dennoch zeigt unsere Umfrage, dass die Nutzer nicht ausreichend handeln, um ihre Privatsphäre zu schützen. Die möglichen Gefahren sind den Menschen einfach noch zu wenig bewusst.  Aus diesem Grund sehen wir es als unsere Aufgabe und Pflicht an, Aufklärungsarbeit zu leisten und Hilfestellung zum Schutz der Privatsphäre im Internet zu geben. Jeder Tag, an dem die Nutzer ihre privaten Daten leichtfertig im Internet verbreiten, ist in Hinblick auf den Datenschutz ein verlorener Tag.

* = GfK eBUS, “Datenschutz im Internet”, Juni/Juli 2017, n=500 Männer und Frauen ab 14 Jahre